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So, genug die Füße hochgelegt! Nach gut vierwöchiger Winterpause zählt es endlich wieder auf dem Platz. Während mittlerweile mit dem alljährlichen Pokallos in Nord-Ostdeutschland zum Saisonauftakt zu rechnen ist, konnte man sich in der jüngeren Vergangenheit darauf einstellen, dass die Rückrunde mit einer Tour des Fansprinters eingeläutet wird. Jeweils nach Frankfurt ging es in den vergangenen beiden Runden, diesmal lautete das Ziel der Expedition Mainz. Mit Dosenbier, guter Laune und Unmengen an Tombola-Losen für die Mitreisenden im Gepäck rollte der Zug aus dem Freiburger Hauptbahnhof. Etwas mehr als drei Stunden später erreichte man jenen der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt. Die kleine Stadtführung, die man dankenswerterweise per Shuttlebus erhält, gibt nicht gerade viel her, was man ebenso wenig vom Ende dieser Tuckerfahrt behaupten kann. Die Möbelhaus-/Baumarkt-/Stadion-Frage schenken wir uns an dieser Stelle. Irgendwann wird man einfach zu alt für 1,2 oder 3.
Die sportlichen Erinnerungen an diesen Ort sind, so ehrlich muss man sein, überwiegend schlechte. Beim letzten Auftritt am Mainzer Acker ging man am Ende mit 0:5 als Verlierer vom Platz und das, obwohl man das Spiel eigentlich kontrollierte. Einzig und allein ein überaus denkwürdiges Weiterkommen im Pokalviertelfinale von vor knapp sieben Jahren dürfte heute noch die Herzen vieler Sport-Club-Fans höher schlagen lassen. Aber zurück zur Gegenwart. Reichlich Motivation für das erste Spiel des Jahres war vorhanden und mit einem schicken Intro aus Fackeln und Rauch versuchte man unseren Jungs auf dem Rasen zusätzlichen einzuheizen. Dort waren es allerdings zunächst die Rheinhessen, die sich besser anstellten. Der wieder genesene Alex Schwolow war zum Glück jedoch direkt auf Sendung und konnte gleich mehrere Angriffe der Gastgeber zunichtemachen. Allmählich fand sich auch der SC zurecht und besser ins Spielgeschehen ein. Nach einer Hereingabe von Petersen etwa Mitte des ersten Durchgangs war es dann soweit: Der hereinstürmende Kwon konnte mit einer leichtfüßigen Abnahme unser erstes Tor in 2020 erzielen. Einem möglichen Auswärtstriumph kam man wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff noch näher, als Petersen per Abstauber auf 0:2 erhöhte. Die komfortable Führung konnten unsere Kicker durch gute defensive Ordnung bis weit in den zweiten Abschnitt halten. À la Sport-Club-Manier landete unnötigerweise doch noch in der Schlussphase ein krummes Ding im Netz und die letzten Augenblicke des Matches waren mit reichlich Krampf verbunden. Um noch einen Kommentar über den geleisteten Support zu verlieren, bei der 0:5 -Klatsche etwa ein Dreivierteljahr zuvor ließ man im Gästeblock deutlich mehr hören als an diesem Tag, an dem man unterm Strich nicht das volle Potenzial ausschöpfte. Nichtsdestotrotz glückte die Premiere im alles andere als ansprechenden lila Ausweichtrikot und der erste Bundesligasieg der Vereinsgeschichte in Mainz steht nun zu Buche.
Zurück im Zug wurden dann die Feierlichkeiten über die errungenen Punkte eingeleitet, zugleich erfolgte auch die Preisausgabe für die Gewinner der Tombola-Teilnehmer. Jeden, der behauptet, dass sich solch Glücksspiel nicht rentieren würde, verweisen wir gerne an den Herren, der gleich mehrfach den Jackpot der Aktion mit nach Hause nehmen durfte. Tja, solche Geschichten schreibt eben nur der Fußball oder zumindest das Drumherum. Nebenbei sei noch erwähnt, dass der „IWF Black Light District“ sein Comeback feierte und erneut die Ehre hatte zahlreiche feierlustige Passagiere auf dem wohl einzigartigen Floor auf Schienen begrüßen zu dürfen. Zugebenermaßen wurden die Lichter im Zug einfach nur mit schwarzer Folie abgeklebt. Der Name „Black Light District“ ist also ungefähr so passend, wie die Farbe Lila zum SC – nämlich so ziemlich gar nicht. Ein Jahresauftakt, den man allerdings sicherlich in der Kategorie „absolut gelungen“ vermerken kann, endete schließlich mit der Ankunft im schönen Südbaden.