Seite auswählen
Bayer 04 Leverkusen – SC Freiburg 2:0, 02.03.19 – 24. Spieltag Bundesliga

Bayer 04 Leverkusen – SC Freiburg 2:0, 02.03.19 – 24. Spieltag Bundesliga

Nach einem Heimspiel folgt in den meisten Fällen wieder ein Auswärtsspiel. Dort gibt’s meistens keine Punkte, aber im Falle eines Falles freut man sich dann umso mehr. Gerade in Leverkusen fielen die Ergebnisse in den letzten Jahren eher mau aus. Der letzte Sieg in der Stadt, die nach einem Apotheker benannt ist, liegt nun knapp sieben Jahre zurück. Vielleicht könnte man mit neuem Anlauf die Euphorie vom überragenden 5:1-Erfolg gegen die Augsburger mitnehmen und die Werkself vom Platz fegen.

Um sechs Uhr in der Früh setzte sich der Bus in Bewegung und ohne weltbewegende Vorkommnisse erreichten wir Leverkusen zur Mittagszeit. In der Gaststätte der Tennisabteilung unerwünscht, ging es ein paar Meter weiter in ein anderes Sportheim, wo die Zeit zum Einlass mit etwas Essen, Bier und Musik von „Koryphäen“ wie Tony D überbrückt wurde. Trotz ranziger Pommes hieß die Devise „Is‘ mir egal, ich bin entspannt!“. An der Einlasskontrolle angekommen, die einen mehr an den Eingang zum Alcatraz-Knast, als zu einem Fußballstadion erinnert, dauerte es einige Minuten bis Leute und Material unter der Tribüne angekommen waren. Insgesamt haben sich ungefähr 1.000 Freiburger im Gästeblock eingefunden. Darunter auch einige Narren, welche sich auf dem Weg zu irgendeinem Umzug wohl verlaufen haben. Von den Starregisseuren am Handy, deren verwackelte Videos eh nur auf einer dämlichen Festplatte verenden werden, möchte man gar nicht erst anfangen.

Das Spiel verlief nicht zu unseren Gunsten. Wenig verwunderlich , dass ebenso auf der Tribüne nicht viel geboten wurde. Andererseits war es dafür in der Vergangenheit in beiden Fällen auch schon deutlich lausiger. Kurz zusammengefasst: Früh in Rückstand geraten – selber kaum Chancen kreiert und wenn, dann als es schon zu spät war – verdient verloren – Ende und wieder null Punkte in LEV. Kurz vor Schluss ist ein Fan der Heimmannschaft von einem Zaun gestürzt. Aus diesem Grund hatten zunächst die Nordkurve und später auch der Gästesektor den Support eingestellt. Der Fan wurde aufgrund von Kopfverletzungen im Arztzimmer des Stadions behandelt und später in ein Krankenhaus gebracht. Medienberichten zufolge seien diese aber nicht gravierend. Wir wünschen trotzdem gute Besserung!

Auf der Rückfahrt gab es kaum Pausen und so war man zeitig wieder in Freiburg anzutreffen. Eine von den Pausen hat sich allerdings gelohnt, weil wir Bekanntschaft mit zwei Trampern machen durften. Alex aus Portland (USA) und Sophie, sowie Hündin Mogwai (übersetzt „Dämon“) warteten seit sechs Stunden darauf eine Mitfahrgelegenheit (nach Freiburg) zu finden. Man kam ins Gespräch und nach kurzer Absprache mit unserem Busfahrer war klar, dass sie nun einen Platz bei uns gefunden hatten. Aber mal im Ernst, wer würde nicht gerne dabei sein, wenn man angekündigt bekommt, dass es im Bus gute Musik gibt. Zitat: „Wir ham 90er! Unz, unz, unz, unz, unz!“ Mogwai alias Dämon wurde ihrem Namen so gar nicht gerecht. Sie war unglaublich brav und hatte es einigen Leuten im Bus ziemlich angetan. Laut Aussage von Sophie hat Mogwai außerdem keine Probleme mit lauter Musik und war schon bei einigen Partys dabei. Die Zeit verflog mit einigen Gesprächen und geteilten Bierchen, wie im Flug. Natürlich wurden dabei auch unsere Busfahrer mit einigen gesanglichen Einlagen ordentlich abgefeiert. In Freiburg trennten sich wieder die Wege und der Satz „Danke, liebe Fußballmenschen!“ wird einigen von uns noch eine Weile im Kopf präsent sein. Möglicherweise sind wir gar nicht so übel, wie Polizei und BLÖD-Zeitung einem weismachen wollen.

FC Schalke 04 – SC Freiburg 0:0, 16.02.19 – 22. Spieltag Bundesliga

FC Schalke 04 – SC Freiburg 0:0, 16.02.19 – 22. Spieltag Bundesliga

Ja, es gibt sie doch noch. Vergangenen Samstag kam man mal wieder in den Genuss einer Busreise zu einem Auswärtsspiel unseres SCF, nachdem man bislang im Jahre 2019 nur per Zug auf Achse war. Mit Vollgas Richtung Ruhrpott ging es in den frühen Morgenstunden los und nach zügiger Fahrt mit wenigen Pausen war man im von Schönheit geprägten Gelsenkirchener Stadtteil Schalke angekommen. Duelle mit dem dort ansässigen Fußballclub verliefen in der Vergangenheit oftmals für SC-Verhältnisse erfolgreich für unsere Jungs und auch dieses Mal schien es nicht utopisch mit Punkten im Gepäck die Heimreise anzutreten. Auf dem Rasen tat sich, gerade was den ersten Durchgang betrifft, kaum etwas. Einzig und allein ein völlig unnötiges Eingreifen des allseits beliebten Videoassisten zur Bestätigung eines nicht strafwürdigen Handspiels von Kübler und der Platzverweis an den Schalker Serdar, der das Fußballspielen irgendwie mit einer Art Kampfsport verwechselt haben muss, waren erwähnenswert. Ebenso war auch die Stimmung im Gästeblock eher bescheiden, ist aber bei der hohen Anzahl an mitgereisten Fußball-Touristen, die es vorziehen sich dem Alkohol oder Handy zu widmen, anstatt die Mannschaft zu unterstützen auch kaum verwunderlich. Mit Beginn des zweiten Abschnitts wollte es der Sport-Club wissen und versuchte durch mutigeres Auftreten und Offensiv-Wechseln Kapital aus der Überzahl zu schlagen, was auch gelungen wäre, wenn man sich vor dem Gehäuse der Gastgeber mal etwas effizienter angestellt hätte. Man hätte sich wahrscheinlich noch so gute Torchancen erspielen können, unsere Kicker waren einfach nicht in der Lage diese in Tore umzumünzen. Immerhin bekam man noch die Chance per Elfmeter einen Treffer zu erzielen, ach nein stimmt ja: Das Kino aus Köln hatte wieder was dagegen und so endete die Partie wenig später torlos. Manch einer wird sich jetzt wohl denken: “Wenn der Videobeweis nicht wär‘, dann hätte Freiburg 4 Punkte mehr“ und damit mag er auch nicht ganz Unrecht haben, jedoch muss man auch einfach eingestehen, dass es der SC selbst in der Hand hatte und zu blöd war, das Spiel für sich zu entscheiden. Sicherlich hätte man vor der Partie einen Punkt unterschrieben, doch nach so einem Spielverlauf kann man schon von einer Enttäuschung sprechen. So ging es dann doch mit teils gesenkten Köpfen zu den Bussen zurück, die sich aber im Laufe der Fahrt doch wieder aufrichteten, in der Hoffnung, dass man doch bitte bald den ersten Sieg der Rückrunde feiern dürfte.

VfB Stuttgart – SC Freiburg 2:2, 03.02.19 – 20. Spieltag Bundesliga

VfB Stuttgart – SC Freiburg 2:2, 03.02.19 – 20. Spieltag Bundesliga

Sonntagabend, 18:00 Uhr ist wirklich nicht gerade die Zeit, die man als fanfreundlich bezeichnen würde, aber immerhin konnte man dadurch länger an der Matratze lauschen. So trafen sich etwa 600 SC-Anhänger am Freiburger Hauptbahnhof ein, von wo aus sich der Fansprinter gegen halb zwei in Bewegung setzte. Etwa zweieinhalb Stunden später erreichte man Stuttgart-Untertürkheim und machte sich geschlossen auf den Weg in Richtung Stadion. Der Fanmarsch verlief ohne großartige Zwischenfälle und man stimmte sich schon mal für die anstehende Partie ein. So weit, so gut. Doch wenige Meter vor dem Gästeeingang der Arena fand die Wanderung durch die verbotene Stadt ein jähes Ende. Am Ende des circa 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, den man vor Erreichen der Drehkreuze noch passieren muss, formierte sich eine Polizeikette und für uns gab es kein Weiterkommen. Ziel dieser Maßnahme soll das Festsetzen sogenannter “Problem-Fans“ gewesen sein. Ein Vorhaben, welches bei einer Menschenmasse im hohen dreistelligen Bereich nahezu unmöglich und völlig schwachsinnig ist. Dass hingegen die Einzelkontrollen eine reine Schikane gegenüber den Fans darstellten, lag völlig auf der Hand, weswegen diese für uns als Gruppe, wie auch für die breite Mehrheit der gekesselten Menge, nicht in Frage kam. In den Medien wurde ausgiebig berichtet und eine Stellungnahme der Fanszene wurde bereits veröffentlicht. Da es sich hierbei um keine Lappalie handelt, scheuen wir uns nicht davor das Thema erneut anzustoßen. Es vergingen Minuten um Minuten und es machte allen Anschein, als würde man unsere Kicker nicht mehr auf dem grünen Rasen zu Gesicht bekommen. Von Seiten der Staatsmacht blieben Info-Durchsagen an die stetig steigende Anzahl an Menschen aus. Vielmehr wurde eine Massenpanik ohne Weiteres in Kauf genommen. Dass es zu dieser nicht kam, ist lediglich dem der Situation entsprechend äußerst besonnenen Verhalten der SC-Fans zu verdanken. Man hatte sich mehr oder weniger schon damit abgefunden, das Spiel zu verpassen, da machte die Bullerei wie aus dem Nichts den Weg frei. Nun gab es an den Drehkreuzen das nächste Problem, denn bis die über 1000 Personen nach und nach das Stadion betreten konnten, verging einige Zeit. So erlebte man den frühen Führungstreffer durch Haberer lediglich über entferntes Geschrei und die Meldung des Handys, was jedoch auch unterhalb der Tribüne lautstark zelebriert wurde. Während der Sport-Club also in Front lag, erschallte von “draußen“ das Lied: “… trotz Bullen und Kommerz, für dich schlägt unser Herz…“. Man wartete bis immer mehr Freiburger den Weg durch die Eingänge passieren konnten und betrat schließlich nach etwa einer halben Stunde den Block. Zunächst war die Stimmung ordentlich, gerade aus einer “Jetzt-erst-recht-Manier“ wurde die Mannschaft nach vorne gepeitscht, was sich nach dem Seitenwechsel allerdings ändern sollte. Es mag den Umständen im Vorfeld der Partie geschuldet gewesen sein, doch unsere Jungs haben mehr als nur durchwachsene Unterstützung verdient, zumal sie ein ordentliches Spiel abgegeben haben. Weitestgehend kontrollierte der SCF sogar die Partie, doch im Laufe der zweiten Hälfte baute man immer mehr ab und ja…

Was soll man noch großartig sagen? Dieser SC treibt einen in den Wahnsinn. Binnen 8 Minuten fing man sich zwei nicht gerade unvermeidbare Gegentore und der bis dato völlig gebrauchte Tag schien auf dem Höhepunkt angekommen zu sein. Scheinbar würde man also wieder einmal eine Pleite im Schwabenländle hinnehmen müssen. Die Stimmung war bereits an einem katastrophalen Punkt angekommen, aber auch von den Spätzlefressern auf der Gegenseite war wenig bis nahezu gar nichts zu hören. Zur Abwechslung hatten wir dann doch tatsächlich mal das Glück auf unserer Seite und konnten, auch wenn man es eigentlich nicht mehr für möglich hielt, durch Niederlechner praktisch in letzter Sekunde den Punkt eintüten. Mit etwas mehr Cleverness wäre sicherlich auch ein Sieg drin gewesen, aber wenn man gerade so der dritten Niederlage in Folge aus dem Weg geht und das Remis den Gegner weiterhin auf Distanz hält, dann will man mal nicht motzen. Einerseits froh über den wichtigen Punktgewinn, andererseits genervt von Spielverlauf und Polizei-Schikane trat man den Fußmarsch zurück zum Bahnhof an und so ging es wieder zurück gen Südbaden. Auf der Fahrt wich langsam auch der letzte Rest schlechter Laune aus den Knochen und bei Bier und abermaliger Wiederholung des Kult-Liedes “Mein letztes Geld geb‘ ich für Fußball aus“ wurde noch das Beste aus dem teilweise missratenen Tag gemacht.

Rechtliche Aufarbeitung Stuttgart

Rechtliche Aufarbeitung Stuttgart

Liebe SC-Fans,

die Supporters Crew konnte mittlerweile rechtlichen Rat einholen, auf welche Weise gegen die Maßnahme der Polizei beim Stuttgart-Spiel vorzgegangen werden kann. Meldet Euch bitte bei dieser, wenn auch ihr an einer rechtlichen Überprüfung interessiert seid – denn gemeinsam können wir immer mehr erreichen!

Wenn ihr gesundheitlich betroffen wart – z.B. einen emotionalen Zusammenbruch hattet, oder körperliche Verletzungen – geht so schnell wie möglich zum Arzt und lasst euch ein ärztliches Attest ausstellen. Die Supporters Crew hat in Erfahrung bringen können, welche Möglichkeiten es gibt, auch Einzeln gegen den Polizeieinsatz vorzugehen. Selbstverständlich gehen diese vertraulich mit euren Angaben um. Wir bitten um Kontaktaufnahme unter fanrechte@supporterscrew.de oder beim Heimspiel am Infostand.

Unverantwortliche und gefährliche Polizeiaktion – die aktive Fanszene fordert Überprüfung der Maßnahme

Unverantwortliche und gefährliche Polizeiaktion – die aktive Fanszene fordert Überprüfung der Maßnahme

Beim gestrigen Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wurden über 1.500 Freiburg Fans vor dem Anpfiff von der Polizei in einem engen Korridor festgehalten. Dabei wurden eine Massenpanik und Verletzte billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nur durch besonnenes Verhalten der Fans konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Fans verpassten durch die unbegründete Polizeimaßnahme die ersten 30 Minuten des Spiels.

Entgegen der Medienberichte durch den SWR verzögerte sich beim gestrigen Auswärtsspiel beim VFB Stuttgart nicht der Einlass selbst, vielmehr wurden über 1.500 Freiburg Fans durch eine Polizeisperre im Eingangskorridor zum Gästeblock festgesetzt. Die Polizeisperre befand sich am Ende des ca. 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, der durch hohe Zäune inklusive Sichtschutz begrenzt ist und keine Fluchtwege bietet. Damit erzeugte die Polizei eine enorme Gefahrensituation, die im Falle einer Massenpanik nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre. Lediglich die unmittelbar an der Polizeisperre stehenden Personen wurden über die Gründe der Polizeisperre informiert: die Notwendigkeit zusätzlich zur gängigen Kontrolle am Stadioneinlass einzelne Fans aus der aktiven Fanszene gesondert zu kontrollieren. Einzelne Polizisten begründeten die Maßnahme gegenüber aufgebrachten Fans damit, dass nach der Ankunft des Fanzugs drei Fans Pyrotechnik gezündet hatten, die aber bereits festgenommen worden sind. Dass vermummte Polizisten zusätzliche Einlasskontrollen durchführen möchten, ist ein Novum für Freiburg-Fans. Solche Maßnahmen schränken Freiheitsrechte ein, stellen Fans unter Generalverdacht und untergraben die Autorität der Vereine als Veranstalter. Daher wurden die Kontrollen von der aktiven Fanszene abgelehnt. Diese konnte sich dann aber nicht ohne weiteres entfernen, weil immer mehr Menschen von hinten in den Korridor strömten und die Polizei sie anwies, sich nicht aus der Situation zu entfernen. Währenddessen begann die Polizei einzelne Fans zu kontrollieren. Dabei wurde festgestellt, dass durch die geringe Anzahl an Einsatzkräften lediglich zwei Fans zugleich durch die Polizei kontrolliert werden konnten und eine Kontrolle mehrere Minuten pro Person andauerte. Ein​ reibungsloser Ablauf der von der Polizei forcierten Maßnahmen war daher zu keinem Zeitpunkt gewährleistet.

Aufgrund der fortschreitenden Zeit wurden die Fans immer nervöser und begannen von hinten Druck auszuüben. Zu diesem Zeitpunkt war es den eingekesselten Fans nicht mehr möglich, die Situation zu verlassen. Die wiederkehrende Aufforderung an die Polizei, die Menschenmenge über die Maßnahme zu informieren und sie zu beruhigen, wurde durch die Polizei ignoriert. Da keine polizeiliche Einsatzleitung vor Ort war, gestaltete sich die Kommunikation äußerst schwierig. Es wurde dann über die eigenen Fan-Megafone versucht, die Freiburg Fans zu informieren. Mitten in der eingekesselten Menschenmenge brach während der Sperre ein Mann zusammen, der durch das besonnene Verhalten der Freiburg Fans dem Sanitätsdienst übergeben werden konnte. Einzelne Fans brachen aufgrund der Drucksituation, die nicht verlassen werden konnte, emotional zusammen. Die Polizeisperre wurde dann kurz vor Anpfiff des Spiels aufgelöst, ohne dass eine Kontrolle oder ähnliches durchgeführt wurde. ​Warum die Polizeisperre aufgelöst wurde, ist uns nach wie vor nicht bekannt. Die unmittelbare Auflösung der Polizeisperre in Verbindung mit dem nahenden Anpfiff des Spiels führte dann dazu, dass sich erneut eine Drucksituation am eigentlichen Stadioneinlass aufbaute. Die Ordner versuchten durch zügige Kontrollen die Situation zu entspannen, was jedoch erst gelang, als die Drehkreuze geöffnet wurden.

Zusätzlich festzuhalten bleibt, dass die Polizei etwa zur Ankunftszeit der zugreisenden Freiburg-Fans bereits am Gästeblock eine anlasslose Personenkontrollen aller Mitfahrer eines Freiburger-Fanbus durchführte. Dieser wurde zudem durch Polizeibeamte sowie Hunde durchsucht. Gerade mit Hinblick auf diese Maßnahmen ist es fraglich, inwieweit der unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber allen Freiburg-Fans nicht schon lange im Vorhinein geplant war und das Abbrennen von Pyrotechnik einzelner als willkommene Rechtfertigung von selbigen gegenüber dem SWR genannt wurde.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Über 1.500 Fans wurden über eine Stunde in eine Gefahrensituation gebracht und verpassten die ersten 30 Minuten des Spiels. Zum Zeitpunkt der Öffnung der Polizeisperre war die Situation kurz davor völlig außer Kontrolle zu geraten. Nur durch das besonnene Verhalten einiger Fans konnte eine Massenpanik verhindert werden. Wir verurteilen diese polizeiliche Maßnahme aufs Schärfste und fordern eine unabhängige Überprüfung dieser Maßnahme sowie eine Stellungnahme des VfB Stuttgarts als gastgebender Verein.

Freiburg, 04.02.2019

Corrillo Ultras
Immmer Wieder Freiburg
Natural Born Ultras
Supporters Crew Freiburg,
Synthesia Ultras

Achtungserfolge

Achtungserfolge

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen.

Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

Anstoßzeiten
• Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage.

50+1
• 50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.

Stadionverbote
• Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum“ Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.

Sportgerichtsbarkeit
• Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben.

Fanmaterialien
• Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.

Videobeweis
• Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.

Transparenz
• Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!

Die Fanszenen Deutschlands im Januar 2019

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 3:1, 19.01.19 – 18. Spieltag Bundesliga

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 3:1, 19.01.19 – 18. Spieltag Bundesliga

Neues Jahr, neues Glück – wir fallen in alte Muster zurück. 2019 hat begonnen und die Rückrunde sollte für uns mit dem Spiel in Frankfurt beginnen. Reisetechnisch gesehen ein entspannter Einstiegstrip im Fansprinter. Ein paar Stündchen im Zug mit Flüssigbrot aus der Dose, Musik und schon war man am Stadionbahnhof der Bänker-City angekommen. Anschließend mussten noch ein paar Schritte durch den Waldabschnitt mit dem wahrscheinlich höchsten Uringehalt dieser Republik absolviert werden, ehe man das Vereinsgelände der Eintracht erreicht hatte. Spiele gegen die Hessen haben in der Vergangenheit schon oft für gute Ergebnisse gesorgt. In den letzten Jahren hat sich dieses Aufeinandertreffen eher zu einer Wundertüte entwickelt, was im Vorhinein für gemischte Gefühle sorgte. Eines der genialsten Spiele liegt nun knappe fünf Jahre zurück, als man in der Saison 13/14 mit einem 4:1-Sieg eine Trendwende im Kampf um den Klassenerhalt einläuten konnte. Für den Pessimist dürfte hingegen die Sache aus zwei Gründen klar gewesen sein: Der Adler hat in der Hinrunde gegen Teams aus dem unteren Tabellensegment kaum Federn lassen müssen. Außerdem sind Auswärtsspiele sowas von überhaupt nicht die Spezialität der SC-Profis.

Das Spiel hatte begonnen und nach den ersten 30 Minuten sah die Lage auf dem Grün eigentlich gar nicht so verkehrt aus. Der Turbo müsste ein bisschen mehr angekurbelt werden und dann wird die Sache schon irgendwie laufen. Schön wär’s gewesen. Stattdessen hagelte es innerhalb von neun Minuten drei Gegentreffer und mit jedem Mal wurde es der SGE leichter gemacht. Zum Halbzeitpfiff wanderte der Laune-Geigerzähler in einen Bereich zwischen herber Enttäuschung und Wutanfall. Ziemlich sicher waren die Punkte futsch und so bestand immerhin noch die Hoffnung, dass die Mannschaft wenigstens eine Trotzreaktion zeigen würde.

Mit Wiederbeginn des Spiels feierte ein neues Lied sein Debüt, welches mit seinen Inhalten (u.a. „Fußball und Bier – Sportclub Freiburg, wir steh‘n immer zu dir!“/ „Und soll es nicht sein, sei dir sicher du bist niemals allein,…“)  recht gut zur gegebenen Situation passte und beinahe eine halbe Stunde durchgezogen wurde. Es blieb einem auch nicht viel anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Die Trotzreaktion war somit zumindest auf den Rängen geglückt. Auch das Team in den hellblauen (kotz) Trikots gab sich nicht auf und errang einen Ehrentreffer, der für ein paar kurze Minuten das Feuer in den Augen der Anhängerschaft aufleben ließ. Letztendlich muss man vielleicht noch froh sein, dass die Niederlage nur mit zwei Treffern Unterschied zu Buche stand.

Nachdem die Mannschaft kurz am Gästeblock vorbeigeschaut hatte, hieß es dann schon wieder Zeug abbauen, einpacken und tschüss. Bei frischen Temperaturen vor dem Gästeblock überbrückte man die Zeit bis zum Abmarsch Richtung Bahnhof hauptsächlich mit Langeweile. Während der Zug unterwegs war zum Fuße des Schwarzwalds, wurde nicht nur die unnötige Niederlage verdaut, sondern auch das ein oder andere Getränk zu den milden Klängen aus dem Ghettoblaster eliminiert. Nächsten Samstag steht schließlich schon die nächste Möglichkeit an, um die ersten Punkte in 2019 klarzumachen.   

1. FC Nürnberg – SC Freiburg 0:1, 22.12.18 – 17. Spieltag Bundesliga

1. FC Nürnberg – SC Freiburg 0:1, 22.12.18 – 17. Spieltag Bundesliga

Letztes Hinrundenspiel, auswärts in Nürnberg. Glaubt man den Statistiken, so dürfte dieses ein Leichtes aus südbadischer Sicht werden. Im Oberhaus war man 9x beim “Glubb“ zu Gast, ging 5x als Sieger vom Platz und die letzte Niederlage musste man vor 14 Jahren hinnehmen. Blickt man hingegen auf die jüngsten Auftritte bei der hochverdienten Niederlage in Düsseldorf und dem zähen 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Kinds‘ Vermarktungsprojekt aus Hannover zurück, konnte man nicht unbedingt erwarten, in Franken zu punkten. Es ist das altbekannte Muster, welches unseren Sport-Club in dieser Saison ausmacht, wie wahrscheinlich keinen zweiten Verein: Starke Leistungen gegen die Vereine aus der oberen Tabellenhälfte, die einem ganze 2/3 der bisher gesammelten Zähler beschert haben und schwache Vorstellungen in Partien gegen Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, in denen man in der laufenden Spielzeit noch keinen Sieg verbuchen konnte. Dies galt es im letzten Spiel des Jahres 2018 zu ändern! Gemeinsam mit der NBU füllte man einen Doppeldecker und so machte man sich auf die Reise nach Nürnberg.

Man fand sich im Stadion ein, baute das Material auf und dann durfte auf ein vorweihnachtliches Geschenk in Form eines SC-Sieges gehofft werden. Jedoch schien es zunächst nicht so, als würde im dritten Spiel der englischen “6-Punkte-Woche“ Besserung hinsichtlich der spielerischen Darbietung einkehren. Beide Mannschaften taten sich schwer und in der Anfangsphase passierte – wie nahezu das gesamte Spiel über – gar nichts. Mit der ersten Torchance konnten wir in Führung gehen, beziehungsweise was heißt Torchance? Ein Günter-Freistoß segelte in den Nürnberger Strafraum hinein, touchierte die Kopfhaut von Gulde, sprang noch einmal auf und landete dann im Netz. Ein Treffer, der wirklich etwas merkwürdig zustande kam, was uns angesichts der Tatsache, dass wir in Front lagen, jedoch herzlich egal war. Danach gab man aber das Heft, wie so häufig nach Führung in einem Auswärtsspiel, aus der Hand. Die Hausherren übernahmen das Spielgeschehen und man kann von Glück sprechen, dass diese einzig und allein ihr Eckball-, nicht aber ihr Torekonto auffüllen konnten und es mit dem knappen Vorsprung für uns in die Pause ging. Bei einem zwischenzeitlichen Eckballverhältnis von 11:0 für den FCN musste man nun für sich entscheiden, ob das jetzt entweder saulustig oder ziemlich peinlich ist. Die Gastgeber aus Nürnberg konnten trotz vieler Bemühungen (und noch viel mehr Eckbällen) nicht für Gefahr sorgen und auch unseren Jungs gelang es nicht mögliche Konter zum vorentscheidenden 0:2 auszuspielen. Am Ende des Tages war man die glücklichere Mannschaft und konnte das Ergebnis bis zum Schluss mit etwas Glück und einer Defensivleistung verwalten, die durchaus häufiger gezeigt werden darf. Dies gilt genauso für den Auftritt im Gästeblock. Seit langem entsprach die Stimmung in etwa wieder dem, wie sie es bei einem Spiel unseres Sport-Clubs sein sollte. Die Gesänge wurden über längere Zeit lautstark hochgehalten und auch so beteiligten sich weite Teile der 1600 mitgereisten Freiburger aktiv am Support, was definitiv lobenswert zu vermerken ist. Darunter befanden sich außerdem zwei Jungs von unseren Freunden aus Down Under, die uns bei diesem Spiel beiseite standen.     

Durch den unglaublich wichtigen zweiten Auswärtssieg in dieser Saison durfte man Weihnachten mit 21 Punkten auf Platz 11 feiern und hat sich eine wirklich gute Ausgangslage für die anstehende Halbserie verschafft, was es natürlich nach Schlusspfiff ausgiebig mit der Mannschaft zu bejubeln galt. Aber auch auf der Gegenseite waren Sprechchöre zu vernehmen. Die Fans des (Tabellen-) Letzten Fußballclubs Nürnberg applaudierten ihrer Mannschaft und bauten sie nach der Niederlage auf. Ein Verhalten, das angesichts der schwierigen sportlichen Lage der Franken durchaus Erwähnung in diesem Text finden darf.

Für uns ging es nach den Feierlichkeiten zurück an den Bus und somit auf die Heimreise nach Freiburg, die sich durchaus süffisant und unterhaltsam gestaltete. Bleibt zu hoffen, dass uns der Sport-Club auch in 2019 weiterhin so viel Freude bereitet!

Ausgabe restlicher Choreoschals gegen Hannover

Ausgabe restlicher Choreoschals gegen Hannover

Hallo liebe SC-Fans!

An dieser Stelle wollen wir uns zunächst bei allen bedanken, die in Düsseldorf dabei waren und bei unserer Choreo mitgemacht haben. Außerdem geht unser Dank an die Ordner von Fortuna Düsseldorf, die uns spontan am Spieltag erlaubt haben die Schals nicht nur vor dem Eingang des Stadions, sondern auch im Gästesektor selbst zu verkaufen. So viel Entgegenkommen sind wir leider nicht gewohnt!

Da wir noch einige Schals übrig haben und uns mehrere Anfragen erreicht haben, ob es möglich ist noch ein Exemplar zu erhalten, wollten wir diese beim Heimspiel gegen Hannover auf dem Vorplatz der Nordtribüne erneut gegen eine Spende von 10€ verteilen.

Leider wurde uns dies von Seiten des Vereins verboten. Warum der Verein die Aktion einerseits in seinen sozialen Kanälen lobt und sich für die Unterstützung bedankt, auf der anderen Seite aber die Ausgabe der restlichen Schals verbietet, stellt uns vor ein Rätsel. Es ist frustrierend, beim Versuch eine bunte Nordtribüne mitzugestalten, vom Verein unnötig Steine in den Weg gelegt zu bekommen.

Aus diesem Grund werdet ihr uns mit den restlichen Schals vor dem Spiel auf dem Dreisamuferweg außerhalb des Vereinsgeländes finden.

Bis morgen,
IWF 2012

Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg 2:0, 15.12.18 – 15. Spieltag Bundesliga

Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg 2:0, 15.12.18 – 15. Spieltag Bundesliga

Zum frühen Morgen setzten sich die Räder in Bewegung. Mit Vollgas Richtung Norden oder zumindest mit einer für den Bus angemessenen Geschwindigkeit, absolvierten wir die Strecke bis in die Landeshauptstadt von NRW. Im Gepäck waren dieses Mal mehrere Webschals, welche zusammen mit einem großen Banner dem Gästeblock ein schönes Antlitz verliehen sollten. Während man im Stadion Banner und Zaunfahne anbrachte, wurden außerdem die Schals draußen bei klirrender Kälte an Mann und Frau gebracht. Zum Einlaufen reckten zahlreiche Sportclub-Anhänger den Auszug „Wir tragen dich auf Händen, du wirst nie untergehn!“ aus dem bekannten Vereinslied “ Für uns immer vorn!“ in die Höhe. Das Gesamtbild war im Großen und Ganzen zufriedenstellend.

Auf dem Platz hingegen traten unsere Jungs die entstandene Mühe mit Füßen. Ist zwar etwas übertrieben formuliert, aber eine gute Vorstellung sieht definitiv anders aus. Typisch SC! Da schießt man die Dosen eine Woche zuvor aus dem heiligen Tempel und nun lässt man sich die Butter so einfach vom Brot nehmen. Man kann verlieren, natürlich auch gegen einen Tabellenletzten, aber entscheidend ist auch immer die Art und Weise. Vor allem in der zweiten Halbzeit muss man den Gastgebern zugestehen, dass sie klar überlegen waren. Durch Doppeltorschütze Ayhan, seines Zeichens eigentlich Verteidiger, haben die Fortunen nun zwei Tore und drei Punkte mehr auf dem Konto stehen. Umso ärgerlicher, wenn man bedenkt, gegen einen direkten Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, die Zähler liegen gelassen zu haben. Die Niederlage hätte durchaus noch höher ausfallen können. Mindestens genauso beschissen war währenddessen die Stimmung im Gästesektor. Leute, die gerne das Event Düsseldorf mitnehmen und hauptsächlich deswegen anreisen, sollten das Stadion besser meiden oder zumindest noch in der Lage sein die Mannschaft zu unterstützen.

Die Rückfahrt ließ mit der Zeit die Mundwinkel wieder nach oben wandern. Mit von der Partie waren Doktor Choreo, dazu reichlich Trash (gilt sowohl für die Musik als auch für die Getränke) und elegante Gesangseinlagen. Hey hey – yeah yeah. Mit der Hoffnung auf bessere Stimmung und dem Wunsch ein paar Feuerbälle in die Maschen des gegnerischen Tores fliegen zu sehen, geht es nun in die letzten zwei Spiele des Jahres.