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Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 3:1, 19.01.19 – 18. Spieltag Bundesliga

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 3:1, 19.01.19 – 18. Spieltag Bundesliga

Neues Jahr, neues Glück – wir fallen in alte Muster zurück. 2019 hat begonnen und die Rückrunde sollte für uns mit dem Spiel in Frankfurt beginnen. Reisetechnisch gesehen ein entspannter Einstiegstrip im Fansprinter. Ein paar Stündchen im Zug mit Flüssigbrot aus der Dose, Musik und schon war man am Stadionbahnhof der Bänker-City angekommen. Anschließend mussten noch ein paar Schritte durch den Waldabschnitt mit dem wahrscheinlich höchsten Uringehalt dieser Republik absolviert werden, ehe man das Vereinsgelände der Eintracht erreicht hatte. Spiele gegen die Hessen haben in der Vergangenheit schon oft für gute Ergebnisse gesorgt. In den letzten Jahren hat sich dieses Aufeinandertreffen eher zu einer Wundertüte entwickelt, was im Vorhinein für gemischte Gefühle sorgte. Eines der genialsten Spiele liegt nun knappe fünf Jahre zurück, als man in der Saison 13/14 mit einem 4:1-Sieg eine Trendwende im Kampf um den Klassenerhalt einläuten konnte. Für den Pessimist dürfte hingegen die Sache aus zwei Gründen klar gewesen sein: Der Adler hat in der Hinrunde gegen Teams aus dem unteren Tabellensegment kaum Federn lassen müssen. Außerdem sind Auswärtsspiele sowas von überhaupt nicht die Spezialität der SC-Profis.

Das Spiel hatte begonnen und nach den ersten 30 Minuten sah die Lage auf dem Grün eigentlich gar nicht so verkehrt aus. Der Turbo müsste ein bisschen mehr angekurbelt werden und dann wird die Sache schon irgendwie laufen. Schön wär’s gewesen. Stattdessen hagelte es innerhalb von neun Minuten drei Gegentreffer und mit jedem Mal wurde es der SGE leichter gemacht. Zum Halbzeitpfiff wanderte der Laune-Geigerzähler in einen Bereich zwischen herber Enttäuschung und Wutanfall. Ziemlich sicher waren die Punkte futsch und so bestand immerhin noch die Hoffnung, dass die Mannschaft wenigstens eine Trotzreaktion zeigen würde.

Mit Wiederbeginn des Spiels feierte ein neues Lied sein Debüt, welches mit seinen Inhalten (u.a. „Fußball und Bier – Sportclub Freiburg, wir steh‘n immer zu dir!“/ „Und soll es nicht sein, sei dir sicher du bist niemals allein,…“)  recht gut zur gegebenen Situation passte und beinahe eine halbe Stunde durchgezogen wurde. Es blieb einem auch nicht viel anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Die Trotzreaktion war somit zumindest auf den Rängen geglückt. Auch das Team in den hellblauen (kotz) Trikots gab sich nicht auf und errang einen Ehrentreffer, der für ein paar kurze Minuten das Feuer in den Augen der Anhängerschaft aufleben ließ. Letztendlich muss man vielleicht noch froh sein, dass die Niederlage nur mit zwei Treffern Unterschied zu Buche stand.

Nachdem die Mannschaft kurz am Gästeblock vorbeigeschaut hatte, hieß es dann schon wieder Zeug abbauen, einpacken und tschüss. Bei frischen Temperaturen vor dem Gästeblock überbrückte man die Zeit bis zum Abmarsch Richtung Bahnhof hauptsächlich mit Langeweile. Während der Zug unterwegs war zum Fuße des Schwarzwalds, wurde nicht nur die unnötige Niederlage verdaut, sondern auch das ein oder andere Getränk zu den milden Klängen aus dem Ghettoblaster eliminiert. Nächsten Samstag steht schließlich schon die nächste Möglichkeit an, um die ersten Punkte in 2019 klarzumachen.   

1. FC Nürnberg – SC Freiburg 0:1, 22.12.18 – 17. Spieltag Bundesliga

1. FC Nürnberg – SC Freiburg 0:1, 22.12.18 – 17. Spieltag Bundesliga

Letztes Hinrundenspiel, auswärts in Nürnberg. Glaubt man den Statistiken, so dürfte dieses ein Leichtes aus südbadischer Sicht werden. Im Oberhaus war man 9x beim “Glubb“ zu Gast, ging 5x als Sieger vom Platz und die letzte Niederlage musste man vor 14 Jahren hinnehmen. Blickt man hingegen auf die jüngsten Auftritte bei der hochverdienten Niederlage in Düsseldorf und dem zähen 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Kinds‘ Vermarktungsprojekt aus Hannover zurück, konnte man nicht unbedingt erwarten, in Franken zu punkten. Es ist das altbekannte Muster, welches unseren Sport-Club in dieser Saison ausmacht, wie wahrscheinlich keinen zweiten Verein: Starke Leistungen gegen die Vereine aus der oberen Tabellenhälfte, die einem ganze 2/3 der bisher gesammelten Zähler beschert haben und schwache Vorstellungen in Partien gegen Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, in denen man in der laufenden Spielzeit noch keinen Sieg verbuchen konnte. Dies galt es im letzten Spiel des Jahres 2018 zu ändern! Gemeinsam mit der NBU füllte man einen Doppeldecker und so machte man sich auf die Reise nach Nürnberg.

Man fand sich im Stadion ein, baute das Material auf und dann durfte auf ein vorweihnachtliches Geschenk in Form eines SC-Sieges gehofft werden. Jedoch schien es zunächst nicht so, als würde im dritten Spiel der englischen “6-Punkte-Woche“ Besserung hinsichtlich der spielerischen Darbietung einkehren. Beide Mannschaften taten sich schwer und in der Anfangsphase passierte – wie nahezu das gesamte Spiel über – gar nichts. Mit der ersten Torchance konnten wir in Führung gehen, beziehungsweise was heißt Torchance? Ein Günter-Freistoß segelte in den Nürnberger Strafraum hinein, touchierte die Kopfhaut von Gulde, sprang noch einmal auf und landete dann im Netz. Ein Treffer, der wirklich etwas merkwürdig zustande kam, was uns angesichts der Tatsache, dass wir in Front lagen, jedoch herzlich egal war. Danach gab man aber das Heft, wie so häufig nach Führung in einem Auswärtsspiel, aus der Hand. Die Hausherren übernahmen das Spielgeschehen und man kann von Glück sprechen, dass diese einzig und allein ihr Eckball-, nicht aber ihr Torekonto auffüllen konnten und es mit dem knappen Vorsprung für uns in die Pause ging. Bei einem zwischenzeitlichen Eckballverhältnis von 11:0 für den FCN musste man nun für sich entscheiden, ob das jetzt entweder saulustig oder ziemlich peinlich ist. Die Gastgeber aus Nürnberg konnten trotz vieler Bemühungen (und noch viel mehr Eckbällen) nicht für Gefahr sorgen und auch unseren Jungs gelang es nicht mögliche Konter zum vorentscheidenden 0:2 auszuspielen. Am Ende des Tages war man die glücklichere Mannschaft und konnte das Ergebnis bis zum Schluss mit etwas Glück und einer Defensivleistung verwalten, die durchaus häufiger gezeigt werden darf. Dies gilt genauso für den Auftritt im Gästeblock. Seit langem entsprach die Stimmung in etwa wieder dem, wie sie es bei einem Spiel unseres Sport-Clubs sein sollte. Die Gesänge wurden über längere Zeit lautstark hochgehalten und auch so beteiligten sich weite Teile der 1600 mitgereisten Freiburger aktiv am Support, was definitiv lobenswert zu vermerken ist. Darunter befanden sich außerdem zwei Jungs von unseren Freunden aus Down Under, die uns bei diesem Spiel beiseite standen.     

Durch den unglaublich wichtigen zweiten Auswärtssieg in dieser Saison durfte man Weihnachten mit 21 Punkten auf Platz 11 feiern und hat sich eine wirklich gute Ausgangslage für die anstehende Halbserie verschafft, was es natürlich nach Schlusspfiff ausgiebig mit der Mannschaft zu bejubeln galt. Aber auch auf der Gegenseite waren Sprechchöre zu vernehmen. Die Fans des (Tabellen-) Letzten Fußballclubs Nürnberg applaudierten ihrer Mannschaft und bauten sie nach der Niederlage auf. Ein Verhalten, das angesichts der schwierigen sportlichen Lage der Franken durchaus Erwähnung in diesem Text finden darf.

Für uns ging es nach den Feierlichkeiten zurück an den Bus und somit auf die Heimreise nach Freiburg, die sich durchaus süffisant und unterhaltsam gestaltete. Bleibt zu hoffen, dass uns der Sport-Club auch in 2019 weiterhin so viel Freude bereitet!

Ausgabe restlicher Choreoschals gegen Hannover

Ausgabe restlicher Choreoschals gegen Hannover

Hallo liebe SC-Fans!

An dieser Stelle wollen wir uns zunächst bei allen bedanken, die in Düsseldorf dabei waren und bei unserer Choreo mitgemacht haben. Außerdem geht unser Dank an die Ordner von Fortuna Düsseldorf, die uns spontan am Spieltag erlaubt haben die Schals nicht nur vor dem Eingang des Stadions, sondern auch im Gästesektor selbst zu verkaufen. So viel Entgegenkommen sind wir leider nicht gewohnt!

Da wir noch einige Schals übrig haben und uns mehrere Anfragen erreicht haben, ob es möglich ist noch ein Exemplar zu erhalten, wollten wir diese beim Heimspiel gegen Hannover auf dem Vorplatz der Nordtribüne erneut gegen eine Spende von 10€ verteilen.

Leider wurde uns dies von Seiten des Vereins verboten. Warum der Verein die Aktion einerseits in seinen sozialen Kanälen lobt und sich für die Unterstützung bedankt, auf der anderen Seite aber die Ausgabe der restlichen Schals verbietet, stellt uns vor ein Rätsel. Es ist frustrierend, beim Versuch eine bunte Nordtribüne mitzugestalten, vom Verein unnötig Steine in den Weg gelegt zu bekommen.

Aus diesem Grund werdet ihr uns mit den restlichen Schals vor dem Spiel auf dem Dreisamuferweg außerhalb des Vereinsgeländes finden.

Bis morgen,
IWF 2012

Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg 2:0, 15.12.18 – 15. Spieltag Bundesliga

Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg 2:0, 15.12.18 – 15. Spieltag Bundesliga

Zum frühen Morgen setzten sich die Räder in Bewegung. Mit Vollgas Richtung Norden oder zumindest mit einer für den Bus angemessenen Geschwindigkeit, absolvierten wir die Strecke bis in die Landeshauptstadt von NRW. Im Gepäck waren dieses Mal mehrere Webschals, welche zusammen mit einem großen Banner dem Gästeblock ein schönes Antlitz verliehen sollten. Während man im Stadion Banner und Zaunfahne anbrachte, wurden außerdem die Schals draußen bei klirrender Kälte an Mann und Frau gebracht. Zum Einlaufen reckten zahlreiche Sportclub-Anhänger den Auszug „Wir tragen dich auf Händen, du wirst nie untergehn!“ aus dem bekannten Vereinslied “ Für uns immer vorn!“ in die Höhe. Das Gesamtbild war im Großen und Ganzen zufriedenstellend.

Auf dem Platz hingegen traten unsere Jungs die entstandene Mühe mit Füßen. Ist zwar etwas übertrieben formuliert, aber eine gute Vorstellung sieht definitiv anders aus. Typisch SC! Da schießt man die Dosen eine Woche zuvor aus dem heiligen Tempel und nun lässt man sich die Butter so einfach vom Brot nehmen. Man kann verlieren, natürlich auch gegen einen Tabellenletzten, aber entscheidend ist auch immer die Art und Weise. Vor allem in der zweiten Halbzeit muss man den Gastgebern zugestehen, dass sie klar überlegen waren. Durch Doppeltorschütze Ayhan, seines Zeichens eigentlich Verteidiger, haben die Fortunen nun zwei Tore und drei Punkte mehr auf dem Konto stehen. Umso ärgerlicher, wenn man bedenkt, gegen einen direkten Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, die Zähler liegen gelassen zu haben. Die Niederlage hätte durchaus noch höher ausfallen können. Mindestens genauso beschissen war währenddessen die Stimmung im Gästesektor. Leute, die gerne das Event Düsseldorf mitnehmen und hauptsächlich deswegen anreisen, sollten das Stadion besser meiden oder zumindest noch in der Lage sein die Mannschaft zu unterstützen.

Die Rückfahrt ließ mit der Zeit die Mundwinkel wieder nach oben wandern. Mit von der Partie waren Doktor Choreo, dazu reichlich Trash (gilt sowohl für die Musik als auch für die Getränke) und elegante Gesangseinlagen. Hey hey – yeah yeah. Mit der Hoffnung auf bessere Stimmung und dem Wunsch ein paar Feuerbälle in die Maschen des gegnerischen Tores fliegen zu sehen, geht es nun in die letzten zwei Spiele des Jahres.

Schalchoreo in Düsseldorf

Schalchoreo in Düsseldorf

Hallo SC-Fans!

In den verbleibenden Spielen bis zur Winterpause gilt es nochmal geschlossen hinter der Mannschaft zu stehen. Deshalb haben wir, passend zur kalten Jahreszeit, Webschals anfertigen lassen. Dieser wird in Düsseldorf vor dem Gästeblock, sowie auf dem Busparkplatz für jeden Auswärtsfahrer gegen eine Spende von 10€ erhältlich sein. Das Motiv wird eine Überraschung.

Es ist wichtig, dass sich jeder an der Aktion beteiligt, da die Schals Teil einer Choreo zum Einlaufen der Mannschaften sind. Wir wollen ein einheitliches Bild abgeben und die Mannschaft in diesem wichtigen Spiel gegen den Abstieg pushen. Außerdem sind wir als Gruppe mit einem großen Betrag in Vorleistung gegangen.

Zukünftige Aktionen wie diese sind nur möglich, wenn alle an einem Strang ziehen. Sichert Euch deshalb diesen einmalig erhältlichen Schal, welcher Euch sicher auch bei anderen Spielen ein guter Begleiter sein wird.

Jegliche Einnahmen, die durch die Aktion entstehen, wandern in die Choreokasse und werden für eine große Choreografie im kommenden Jahr verwendet.

IWF 2012

Ballspielverein Borussia 09 – SC Freiburg 2:0, 1. Dezember 2018 – 13. Spieltag Bundesliga

Ballspielverein Borussia 09 – SC Freiburg 2:0, 1. Dezember 2018 – 13. Spieltag Bundesliga

Mit Beginn des letzten Monats des Jahres ist auch die Vorweihnachtszeit angebrochen und wie soll in dieser die Vorfreude auf das Fest der Liebe noch gesteigert werden? Richtig, mit einem Adventskalender. Während manch einer sich also an Schokolade, Plätzchen oder sonst einer Leckerei erfreut, hielt unser erstes Türchen für uns den schweren Gang zum noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Dortmund bereit. Per Bus und einem Auto traten wir also den Weg in den Ruhrpott an und machten uns wie auch in der vergangenen Spielzeit im Oberrang des Gästebereiches breit. Aus diesem mag zwar die Sicht auf das Spielgeschehen etwas besser sein, ansonsten aber erfreut sich der enge, mit Sitzplätzen ausgestattete und vom Spielfeld weit entfernte “Eckblock“ bei aktiven Fans eher wenig Beliebtheit. Gerade das Platzieren von Zaunfahnen, Trommeln und weiterer Fanutensilien gestaltet sich dort eher schwierig und so war es ein großer Aufwand, den man betreiben musste, damit der Block optisch einigermaßen etwas hergab. Im Rahmen des Prostest-Spieltages gegen Montagsspiele wurde auch im Dortmunder Westfalenstadion auf einen organisierten Support in Halbzeit eins verzichtet. Entgegen einer gesanglichen Unterstützung der Mannschaften blieb es also ungewohnt still. Beim Einlaufen der Akteure verschlug es einem aber auch noch aus einem anderen Grund die Stimme: Wenig überraschend lief der BVB in gelb und schwarz auf. Wie es dann aber zustande kam, dass der Sport-Club nicht den klassischen roten Dress trug, sondern den Platz im ekelhaften hellblauen Ausweichtrikot betrat, ist ein wahres Rätsel, welches uns wahrscheinlich nur die Handlampe von Schiedsrichter beantworten kann. Eigentlich kann man dem Schiri keinen großen Vorwurf machen, aber ein bisschen pöbeln soll man ja noch dürfen. Man munkelt, dass daraus aber auch ein Aberglaube der SC-Verantwortlichen rührt, da man ja auch schon beim deutschen Rekordmeister in besagter Spielbekleidung einen Überraschungspunkt einfahren konnte. In Dortmund konnte man 2001 im blau-weißen Dress sogar einen Dreier entführen. Allerdings animierte das damalige Trikot nicht so sehr zum Kotzen, wie das aus der jetzigen Saison.

Was auch immer schlussendlich dazu führte, weshalb die Wahl auf jenes Gewand fiel, Schuld trug dieses nicht an der 5. Saisonniederlage. Denn auf dem Platz machten unsere Jungs ihre Aufgabe gut. Defensiv kämpfte der eine für den anderen und so wurde der gefährlichste Angriff der Liga weitestgehend in Schach gehalten. Auch vereinzelte Offensiv-Akzente konnten von unserem Herzensclub gesetzt werden und so vernahm man nach einer starken halben Stunde ein “Hey, mir sin‘ eigentlich gar net so kacke!“. Tja blöd nur, dass man wenige Minuten vor dem Pausentee doch noch ins Hintertreffen geriet. Ebenfalls blöd, dass dies ausgerechnet durch einen Strafstoß geschah, während die Anzahl der Torchancen für die Borussia bis dahin eher überschaubar war. Aber Reus ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte zur Dortmunder Führung, nachdem Sancho von Heintz getroffen worden war. Noch blöder war es dann, als kurz darauf der Ball nach einem Gondorf-Freistoß knapp vor der Linie und nicht hinter der Linie aufkam. Statt Gleichstand ging es also mit dem 1:0-Rückstand in die Pause. Mit Wiederbeginn und dem damit einsetzenden Support wurde das Spiel durchaus unterhaltsamer, wenn auch es aus unserer Sicht in die falsche Richtung lief. Denn die Borussia aus Dortmund erhöhte deutlich den Druck und kam weitaus gefährlicher vor unser Tor, als noch im ersten Abschnitt. Einzig und allein Schwolow, die mangelnde Kaltschnäuzigkeit der Gastgeber und der Querbalken hielten uns im Spiel und verhinderten schlimmeres. Bis zuletzt bestand also die Hoffnung doch noch etwas Zählbares mitnehmen zu können, doch um den ein-Tore-Rückstand tatsächlich noch egalisieren zu können, fehlte an diesem Tag einfach die Durchschlagskraft von Seiten des Sport-Clubs. Den Schlusspunkt setzte Alcácer, der in der Nachspielzeit nach einem Konter das 2:0-Resultat besorgte. Ohne Punkte ging es also in die Heimat, was angesichts des Spielverlaufs, sowie der individuellen Klasse des Gegners zu verkraften war.

45 Minuten Protest am Samstag beim Spiel in Dortmund

45 Minuten Protest am Samstag beim Spiel in Dortmund

Keine Montagsspiele in der Bundesliga ab der Saison 2021/2022, so titelten die Zeitungen in der letzten Woche. Kurz zuvor veröffentlichten wir als Fanszenen Deutschlands unsere Protestpläne bezüglich des Spieltags vom 30.11. bis zum 03.12., bei welchem wir ein deutliches Zeichen gegen die Spieltagszerstückelung und insbesondere gegen Montagsspiele setzen wollen.

Und nun? Ist doch alles gut, Ziel erreicht, weitersingen, danke.

Pustekuchen!

Klar ist: Diese, bisher nicht verbindliche, Aussage, die wohl aus einem Stimmungsbild der Erstligisten hervorgegangen ist, ist ein großer Erfolg! Dieser Erfolg ist zurückzuführen auf den jahrelangen Protest gegen Spieltagszerstückelung und insbesondere auf den Protest seit der Einführung der Montagsspiele in der 1. Bundesliga. Dieses Stimmungsbild zeigt, was wir als Fans erreichen können, wenn wir gemeinsam starke und aussagekräftige Zeichen für unsere Rechte und Interessen setzen. Es zeigt auch, dass die Vereine eine entscheidende Rolle in der Vermarktungsspirale innehaben. Diese Rolle müssen die Vereine nutzen, um neben ihren berechtigten Kapitalinteressen auch unsere Interessen und Forderungen zu berücksichtigen und sie in der DFL zu vertreten.

Klar ist aber auch: Dieser Schritt kann nur der Anfang sein! Der Protest, der in den letzten beiden Jahren erheblich an Fahrt aufgenommen hat, war nur deshalb so stark und öffentlichkeitswirksam, weil er solidarisch von der ersten bis zur fünften Liga mitgetragen wurde. Diese Solidarität müssen wir auch weiterhin an den Tag legen! Wir freuen uns darüber, dass die Vereine der 1. Bundesliga Montagsspiele abschaffen wollen. Das reicht uns aber nicht! Wir wollen Montagsspiele generell abschaffen – in jeder Liga! Deshalb werden wir unseren Protest genauso in die Stadien tragen, wie vor dieser Meldung.
Gerade in der zweiten Bundesliga laufen vergleichbare Befragungen und Gespräche, wie in der ersten Liga. Diese Gespräche werden in der Woche nach dem Protestspieltag fortgeführt. Setzen wir durch unseren 45-minütigen Boykott ein konkretes starkes Zeichen dafür, dass sich die Zweitligisten der Entscheidung der Erstligisten anschließen. Zeigen wir darüber hinaus, dass wir Montagsspiele konsequent und generell ablehnen.

Das geht nur gemeinsam, die Zeit ist reif:

Holen wir uns den Fußball zurück – von der ersten bis zur letzten Liga!

Bundesweite Proteste vom 30.11. bis 3.12.

Bundesweite Proteste vom 30.11. bis 3.12.

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun. Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.

Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die den Belangen von uns Stadiongängern fundamental entgegenstehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung dürfen wir Fans nicht hinnehmen, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines finanziellen Profits.

Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab!

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.

Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!

Gib brauner Energie keine Chance!

Gib brauner Energie keine Chance!

Beim Heimspiel der Kölner Fortuna gegen Energie Cottbus am 21.10.18 wurde von der Kölner Gruppierung South City Rudeboyz ein Banner präsentiert, welches folgenden Inhalt hatte: „Gib brauner Energie keine Chance! Im Hambi, in Cottbus, überall“. Daneben waren ein durchgestrichenes Hakenkreuz, sowie ein durchgestrichenes RWE-Logo. Damit positionierte sich die Gruppe zum einen gegen den Kohleabbau durch RWE im nahegelegenen Hambacher Forst und zum anderen gegen rechte Tendenzen in der Fanszene des FC Energie. Man muss mit dem ersten Punkt nicht zwangsläufig übereinstimmen, dennoch ist diese Haltung völlig legitim. Dementsprechend ist es auch kein Verbrechen jene Ansicht der Dinge kundzutun.

Anderer Meinung war die Vereinsführung des Südstadtclubs. Gegen zwei Mitglieder der Rudeboyz wurden Stadionverbote verhängt. Nach dem Ablaufen der Stadionverbote wird die besagte Gruppe weiterhin existieren, jedoch bis auf weiteres nicht im Stadion anwesend sein. Man fühle sich beim eigenen Verein nicht mehr willkommen. Die Fortuna hat nicht nur die oben erwähnten Repressionen gegen die Gruppe ausgesprochen, sondern sich auch öffentlich von dem Banner, unter anderem mit der Aussage „Sprache und Symbolik suggeriere, dass Mitarbeiter von RWE mit Nazis gleichzusetzen seien“, distanziert. Es braucht sehr viel Fantasie, um in dem besagten Banner eine Gleichsetzung von RWE-Mitarbeitern mit Nazis zu erkennen. Vielmehr ist es einfach nur ein gelungenes Wortspiel, um zu zwei Themen Position zu beziehen.

Die Gruppe verweist außerdem darauf, dass das Spruchband zwar nicht angemeldet war, aber durch den Ordnungsdienst gebilligt wurde. Insgesamt war das Spruchband ca. 120 Minuten sichtbar und niemand habe sich daran gestört. Am darauffolgenden Montagmittag wurde ein Gesprächstermin zwischen beiden Parteien vereinbart. Kurioserweise wurde auf der Homepage nachmittags eine Distanzierung vom Inhalt des Banners veröffentlicht, in der davon berichtet wird, dass die „Verantwortlichen ermittelt und anschließend zur Verantwortung gezogen“ würden. Die Verantwortlichen standen zu diesem Zeitpunkt aber schon fest, da ja bereits ein Gesprächstermin für den nächsten Tag vereinbart wurde.

Man kann sich durchaus die Frage stellen, welchen Einfluss RWE auf die Vereinsführung ausgeübt hat, da einer der Hauptsponsoren zu 20% RWE gehört. Außerdem berichten die Rudeboyz in ihrem Statement, dass RWE gedroht habe, andere Sponsoren zu kontaktieren, um ihnen von einem weiteren Sponsoring bei Fortuna Köln abzuraten, sollte sich der Verein nicht distanzieren! In dieser Situation hätte die Vereinsführung von Fortuna Köln Haltung zeigen und sich hinter ihre Fans stellen oder dem Druck eines Konzerns nachgeben können. Die Vereinsführung hat sich für die zweite Option entschieden. Damit stellt dieser Schritt eine Zäsur dar, was die Meinungsfreiheit in deutschen Stadien angeht, welcher nicht unbeantwortet bleiben darf. Über die Causa Cottbus wurde im Übrigen kein Wort verloren. Wir fordern an dieser Stelle eine transparente Aufklärung und werden dafür einstehen, dass solche Ereignisse nicht zur Normalität werden.

Solidarität mit den South City Rudeboyz!

FC Bayern München – SC Freiburg 1:1, 03.11.18 – 10. Spieltag Bundesliga

FC Bayern München – SC Freiburg 1:1, 03.11.18 – 10. Spieltag Bundesliga

Da hatte man die lange Reise in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins gerade verdaut, so ging es zwei Tage später auch schon weiter zum bayerischen Starensemble aus München. Das letzte Mal, dass der Sport-Club dort einen Zähler entführen konnte, liegt bereits gute zwei Jahrzehnte zurück und auch dieses Mal hielten sich die sportlichen Erwartungen eher in Grenzen. Hinzu kommt der unliebsame Aufenthalt in der Münchner Arena, die praktisch ein Paradebeispiel für die zunehmende Eventisierung des Fußballs darstellt, und der bescheidene Gästeblock, der einen Auftritt beim deutschen Rekordmeister nicht gerade zum beliebtesten Auswärtsspiel macht. Sei’s drum, mit mehr oder weniger Lust und Laune auf dieses Spiel machte man sich also auf den Weg, um dem SCF beizustehen. Bei Kartenspiel und diverser musikalischer Unterhaltung von Berti Bumsbirne bis hin zu „Olé Olé, der FC Gütersloh, der ist für uns ok“ vertrieb man sich die Zeit im Bus und ehe man sich versah, fand man sich auf dem Busparkplatz vor dem Stadion wieder – im Vergleich zu Kiel doch glatt ein Katzensprung.

Die anderen Gruppen hingegen waren nicht ganz so pünktlich wie man selbst, nachdem diese aber schließlich auch eintrudelten, ging es zügig gen Arena. Dort angekommen stellte der eingangs erwähnte Gästeblock mal wieder eine Herausforderung dar. Die Hürde eine Konstruktion für die Zaunfahnen anzufertigen, musste erst einmal bewältigt werden und nahm einige Zeit in Anspruch. Bis schlussendlich alles stand und seinen Platz hatte, dauerte es auch nicht mehr lange bis das Leder auf dem Rasen rollte. Als Protest gegen den DFB regneten zum Einlaufen der Mannschaften “Geldscheine“ aus dem Gästeblock herab. Von Seiten der Münchner Fanszene blieb eine derartige Aktion hingegen leider aus.

Auf dem Grün kontrollierten die Hausherren das Spielgeschehen und versuchten sich immer und immer wieder in unseren Strafraum zu kombinieren, jedoch ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Man selbst konnte offensiv zwar kaum für Entlastung sorgen und dennoch hielten die im scheußlich blauen Ausweichtrikot gekleideten Herren im Rahmen ihrer Möglichkeiten wacker dagegen. So ging es torlos in die Pause und nicht wenige der mitgereisten SC-Anhänger spürten: Hier kann man heute etwas mitnehmen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs nahm die Partie nun doch etwas Fahrt auf. Unsere Jungs erwischten nach dem Seitenwechsel den besseren Start und präsentierten sich deutlich mutiger. Insofern kam es auch nicht von ungefähr, dass uns Tim Kleindienst in der 54. Minute in Front brachte, wenn da nur nicht der Linienrichter gewesen wäre, der eine Abseitsstellung erkannte. Es blieb also vorerst beim 0:0 und so wie man unseren Sport-Club kennt muss man im Nachhinein wahrscheinlich sogar dankbar darüber sein. Wenig später herrschte erneut Aufregung: Die Videogestalt aus dem Kinokeller Köln mochte ein Handspiel im Freiburger Strafraum erkannt haben! Der Unparteiische blieb jedoch bei seiner Entscheidung und entschied zu Recht nicht auf Strafstoß, während im Stadion ein lautstarker “Scheiß DFB“ Wechselgesang zwischen beiden Fanlagern ertönte. Ansonsten bot sich ein ähnliches Bild wie in Abschnitt eins. Der 28-malige deutsche Meister war trotz aller Bemühungen nicht in der Lage sich zwingende Torchancen zu erspielen und wenn doch, konnte man sich in der Regel auf A. Schwolow verlassen. Das Spiel plätscherte vor sich hin und die Minuten vergingen. So langsam aber sicher stieg der Glaube an den möglichen Punktgewinn, doch etwa 10 Minuten vor dem Ende musste man doch noch einen Rückschlag hinnehmen. Gnabry erhielt von unserem Defensivverbund nur Begleitschutz und konnte die Kugel im kurzen Eck unseres Gehäuses unterbringen. Die Enttäuschung war groß und es machte allen Anschein als wäre dies der Schlusspunkt der Partie gewesen. Tatsächlich allerdings konnte der Sport-Club in der 89. Minute zurückschlagen. Nach einer scharfen Hereingabe von Günter, nutzte Höler eine Unaufmerksamkeit der bayerischen Innenverteidigung aus und konnte zum Ausgleich einschieben. Die Freude im Gästeblock war grenzenlos und nachdem auch die etwas unverhältnismäßigen fünf Minuten Nachspielzeit überstanden waren, durfte man tatsächlich das erste Mal seit 1997 wieder einen Punktgewinn in München bejubeln, welcher auf dem Weg vom Stadion zu den Bussen fast schon wie ein Sieg gefeiert wurde. Die gute Stimmung riss im Bus nicht ab und so war es auch kein Problem während einer Essenspause gute 20 Minuten auf sein “Fast-Food“ zu warten, im Gegenteil: Die überforderten Mitarbeiter wurden sogar noch gesanglich unterstützt, was jedoch nicht zur Arbeitsbeschleunigung betrug. Dennoch gilt: „BK-Mitarbeiter sind gut, BK-Mitarbeiter ham‘ Mut. Erst fang‘ sie ganz langsam an, aber dann, aber dann, ohohoho…“. Völlig egal, denn im Bus ging es froh mit Bier und Bacardí weiter, bis man schließlich gegen Mitternacht Freiburg erreichte. Alles in allem eine Partie und eine Fahrt, die man bestimmt noch lange in Erinnerung behalten wird.