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Ja, es gibt diese Partien, die innerhalb der breiten SC-Anhängerlandschaft einen höheren Stellenwert als andere genießen. Dass Auftritte bei der Borussia aus Dortmund definitiv in diese Kategorie fallen, sieht man allein daran, dass kurzerhand ein Doppeldecker-Bus auf die Piste geschickt wurde, um eine größere Nachfrage zu bedienen. Während für uns natürlich die Unterstützung der Mannschaft, wie bei jedem Pflichtspiel, im Vordergrund steht, wollen wir unseren Lesern die Gründe für die Beliebtheit des Westfalenstadions an dieser Stelle ersparen und uns auf das Positive beschränken. So durfte es sich beispielsweise im unteren Teil des Busses bequem gemacht werden, welchen man komplett für sich beanspruchte. Zudem bietete das neue Reisemobil derartigen Komfort, von dem man bei einem gewöhnlichen Auswärtstrip nur zu träumen vermag. Mit zunächst kurzen Anlaufschwierigkeiten wurde schließlich der korrekte Bus-Parkplatz erreicht, an welchem man sich mit weiteren Teilen der Szene versammelte. Erstmals seit 2016 ging es für uns im Dortmunder Fußballtempel wieder auf die Stehplätze. Diese wurden zu Spielbeginn in ein rot-weißes Fahnenmeer gehüllt, um dem verstorbenen Amr Fahmy zu gedenken. Der ehemalige Generalsekretär des afrikanischen Fußballverbandes war zugleich Gründungsmitglied der Ultras Ahlawy aus Kairo, die auch Kontakte nach Freiburg pflegen. Regelmäßig besuchte Amr Heim-und Auswärtsspiele des SCF und war der Fanszene wohlgesonnen. Dem Banner, welches das Gesamtbild abrundete, ist nichts mehr hinzuzufügen: „Wir sangen gemeinsam, du gingst alleine. In unseren Herzen wirst du weiter leben, Amr.“ In diesem Sinne: Ruhe in Frieden. Letztlich hielt man noch einen Moment inne und schwieg die ersten 60 Sekunden, bevor man den Fokus auf das Sportliche legte. Unsere Jungs waren gut beraten diesen zunächst vorwiegend auf die Abwehrarbeit zu setzen. Wie zu erwarten war, ging die zweitstärkste Offensive der Liga die Sache mit offenem Visier und viel Druck an. Als dann Schwolow bereits nach 15 Minuten hinter sich greifen musste, befürchteten wohl nicht wenige schon eine Klatsche. Doch dem Sport-Club gelang es sich bei teils äußerst unangenehmen Wind-und Regenverhältnissen überraschend gut zu stabilisieren. Insbesondere im zweiten Durchgang gab es nicht wenige gefährliche Torabschlüsse aus SC-Sicht zu verzeichnen. Am Ende des Tages fehlte allerdings einfach das nötige Fortune, um sich mit einem fast schon verdient gewesenen Punktgewinn zu belohnen. So kam es, dass bei unseren Kickern schon ein Stück weit Enttäuschung in den Gesichtern zu erkennen war, als diese nach Abpfiff vor dem Gästeblock standen. Dieser musste sich allerdings eingestehen, dass er an diesem Tag noch viel weniger mit seiner Leistung zufrieden sein kann, als die Herren in den schwarz-weißen Trikots auf dem Platz. Kein einziger Gesang konnte über die gesamte Breite des Blocks und über die ersten 5 Reihen (wenn überhaupt) getragen werden. Wirklich überraschend ist es ja nicht. Denn wieder einmal zeigte sich, dass es sich in Dortmund zu vielen einfach nicht um das Wesentliche, den Sport-Club Freiburg e.V. dreht – kurzum: Wer keine Lust hat, die Mannschaft zu unterstützen, darf künftig gerne Ausschau nach einem Sitzplatzticket halten. Etwas beschäftigte einen noch die Ärgernis über die nicht zwingend notwendig gewesene Niederlage auf dem Fußweg zu den Bussen. Mit diversen Kaltgetränken auf der Rückfahrt war diese allerdings schnell abgehakt. Beim nächsten Mal hat man vielleicht mehr Glück und das nicht nur, was unser behagliches Transportmittel angeht…