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Es ist irgendwie bezeichnend und schon beinahe eine Tradition, dass die erste Runde für unseren SC nicht gerade um die Ecke, sondern gefühlt am anderen Ende der Milchstraße stattfindet. Dieses Mal sollte es nach Westpolen,  genauer gesagt nach Cottbus gehen. Die einen freut es mehr, die anderen weniger, dennoch bringen diese langen Fahrten einen gewissen Reiz mit sich. Dieser Reiz wandelt sich aber wiederum schnell zum Brechreiz um, wenn man bemerkt, dass das auf einen Montag terminiert wurde. Montagsspiele sind zum Kotzen, insbesondere dann, wenn der Weg für eine Strecke ca. 800 Kilometer beträgt. Trotz dieser Bedingungen war der Bus einigermaßen gut gefüllt. Zum Einlaufen präsentierte die NBU im Gästeblock (mit äußerst bescheidener Sicht auf das Tor auf unserer Seite) eine kleine Luftballon-Choreo: „Wir sind immer da in jedem Jahr“.

Nach der langen Pause hatten viele Leute wieder ordentlich Bock und so war die Stimmung im Block zu Beginn nicht schlecht. Obwohl man insgesamt gesehen die Oberhand hatte, taten sich unsere Jungs insgesamt eher schwer, und vom einst so hoch gelobten offensiven Kurzpassspiel war nicht viel zu sehen. Tatsächlich konnte Cottbus kurz nach der Pause in Führung gehen und alles sah nach einer Niederlage aus. Mit mehr Glück als Verstand donnerte Frantz in der Nachspielzeit die Murmel an die Unterseite des Querbalkens und von dort schließlich doch noch in die Tormaschen. Die Erleichterung war groß und man hatte wieder Hoffnung das Ding nach Hause schaukeln zu können. Nachdem unser Elfmetersen zwar nicht den Elfmeter, aber im direkten Nachzug verwandeln konnte, standen die Anzeichen gut. Jedoch gelang Cottbus kurz danach der Ausgleich und so musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Ungewohnt souverän wurden alle unsere Anläufe im Tor versenkt. Die nächste Runde wurde erreicht. Balsam für die so oft geschundene Fanseele.

Das Spiel war vorbei und man vertrieb sich die Zeit noch ein bisschen vor den Bussen, ehe es sich geschätzte 20 bis 30 Einheimische nicht nehmen lassen wollten persönlich noch Hallo zu sagen. Passiert ist letztendlich nichts und so konnte im Bus, umringt von einem übertrieben großen Aufgebot der Polizei, das erste richtige Siegerbier verköstigt werden. Irgendwo im Abseits fand man das wohl trostloseste Spielo-Zimmer aller Zeiten auf. Ansonsten verlief die Heimfahrt recht unspektakulär. Der Tag hatte seine Spuren hinterlassen und die meisten wechselten früher oder später in den Schlafmodus, ehe man im Schein der Morgensonne die Heimat erreichte.