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Drei Tage vor Heiligabend sah der Spielplan für uns einen Auftritt im Ruhrpott bei Schalke 04 vor. Zum letzten Spiel des Jahres füllte sich der Bus, mit Ausnahme weniger Plätze, noch einmal komplett. Mit mehr oder weniger geschmackvoller Weihnachsdeko setzte man sich also von Freiburg aus in Bewegung. Noch mehr Weihnachtsstimmung kam dann auf, als man kurz hinter Karlsruhe ein Raclette-Frühstück initiierte. Mithilfe von Teelichtkerzen unter einer Halterung wurde der Käse auf einer Platte zum Schmelzen gebracht, ein Stück Baguette dazu et voilà bon appétit. In den Genuss dieser vorzüglichen Mahlzeit kamen unter anderem auch einige unserer Legionäre, die sich mal wieder im Bus blicken ließen. Das darf gerne häufiger der Fall sein! So wurde noch gespeist, getratscht, gelacht und was auch immer, bis man schließlich den Boden des Gästeparkplatzes unter seinen Füßen hatte. In der Arena „auf“ Schalke konnte der Sport-Club schon des öfteren Zähler in die Heimat entführen und einen Erfolg zur Krönung dieser überaus gut verlaufenen Hinrunde so kurz vor den Feiertagen stand bestimmt bei nicht wenigen Schlachtenbumnlern auf dem Wunschzettel. Bevor man sich jedoch mit Fußball beschäftigen konnte, wurde dieser erst einmal zur Nebensache. Wenige Tage vor der Partie verstarb „Drüse“, ein Mitglied aus den Schalker Ultra-Reihen. An dieser Stelle möchten auch wir sowohl allen Angehörigen aus Familien- und Freundeskreis, als auch der gesamten Schalker Fan-Szene unser Beileid aussprechen und viel Kraft wünschen. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigte die Nordkurve Gelsenkirchen eine große, beachtliche Gedenkchoreo, die auch nach Anpfiff noch zu sehen war. Des Weiteren wurde in den ersten vier Spielminuten geschwiegen und auf Support verzichtet. Respekt dafür.
Die Stimmung war zunächst also etwas gedrückt und auch das Treiben auf dem Grün begann eher schleppend. Besser zurechtfinden konnten sich anfangs unser SCF. Großchancen gab es nicht zu verzeichnen, offensive Akzente konnten aber gesetzt werden. Äußerst ärgerlich, dass es nach etwa einer halben Stunde mehrmals nicht gelang einen Konter konsequent zu unterbinden und dieser schließlich den Weg in unseren Kasten fand. Die Pille des nicht zwingend notwendig gewesenen Rückstandes mussten unsere Kicker erst einmal schlucken und es gelang auch nicht mehr diesen vor dem Seitenwechsel zu egalisieren. Das wäre womöglich auch danach vorerst Wunschdenken geblieben, wenn da nicht der Videoschiri wäre, dessen Eingreifen man zu eigenen Gunsten doch gerne annimmt – NICHT! Naja, diese Thematik bleibt nun mal ein Fall für sich und auf der Anzeigetafel stand etwa zehn Minuten nach Wiederbeginn eben 1:1, nachdem Petersen vom Punkt getroffen hatte. Nochmals zehn Minuten später brauchte es dann glücklicherweise keinen spielzerstörenden Kontakt aus Köln, denn als Kwon im Sechzehner zu Fall kam, war die Entscheidung völlig klar. Grifo nahm sich der Sache an, verwandelte cool und zack, somit war die Partie gedreht. Eine mögliche Vorentscheidung mit dem Zwei-Tore Vorsprung wurde durch Höler leider verpasst und so musste noch gezittert werden. Die Hausherren drückten und konnten sich mit dem Ausgleich belohnen. Am Ende des Tages ging die Punkteteilung in Ordnung. Einigermaßen in Ordnung ging auch der Support im zweiten Durchgang, wobei die Leistung schon noch ausbaufähig war und insbesondere in den ersten 45 Minuten mehr kommen muss. Kurz nach Abfahrt wurde auf dem Heimweg der zweite Teil der „Weihnachtsfeier“ eingeläutet, zu welcher man doch höflichst gebeten wurde adrett zu erscheinen. Von Besinnlichkeit konnte an dieser Stelle nicht die Rede sein, eine süffisante und gelungene Gaudi war es allerdings. Auch im Bezug auf das Sportliche war man sich einig, dass man mehr als nur zufrieden mit der vergangenen Halbserie sein kann. Zwar musste im Endspurt noch der ein oder andere unglückliche Rückschlag hingenommen werden, jedoch lässt es sich mit 26 Punkten aus 17 Spielen auf Platz 8 (mit Appetit auf mehr 😉 schon aushalten. Danke, geliebter Sport-Club Freiburg e.V.!