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Beim gestrigen Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wurden über 1.500 Freiburg Fans vor dem Anpfiff von der Polizei in einem engen Korridor festgehalten. Dabei wurden eine Massenpanik und Verletzte billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nur durch besonnenes Verhalten der Fans konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Fans verpassten durch die unbegründete Polizeimaßnahme die ersten 30 Minuten des Spiels.

Entgegen der Medienberichte durch den SWR verzögerte sich beim gestrigen Auswärtsspiel beim VFB Stuttgart nicht der Einlass selbst, vielmehr wurden über 1.500 Freiburg Fans durch eine Polizeisperre im Eingangskorridor zum Gästeblock festgesetzt. Die Polizeisperre befand sich am Ende des ca. 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, der durch hohe Zäune inklusive Sichtschutz begrenzt ist und keine Fluchtwege bietet. Damit erzeugte die Polizei eine enorme Gefahrensituation, die im Falle einer Massenpanik nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre. Lediglich die unmittelbar an der Polizeisperre stehenden Personen wurden über die Gründe der Polizeisperre informiert: die Notwendigkeit zusätzlich zur gängigen Kontrolle am Stadioneinlass einzelne Fans aus der aktiven Fanszene gesondert zu kontrollieren. Einzelne Polizisten begründeten die Maßnahme gegenüber aufgebrachten Fans damit, dass nach der Ankunft des Fanzugs drei Fans Pyrotechnik gezündet hatten, die aber bereits festgenommen worden sind. Dass vermummte Polizisten zusätzliche Einlasskontrollen durchführen möchten, ist ein Novum für Freiburg-Fans. Solche Maßnahmen schränken Freiheitsrechte ein, stellen Fans unter Generalverdacht und untergraben die Autorität der Vereine als Veranstalter. Daher wurden die Kontrollen von der aktiven Fanszene abgelehnt. Diese konnte sich dann aber nicht ohne weiteres entfernen, weil immer mehr Menschen von hinten in den Korridor strömten und die Polizei sie anwies, sich nicht aus der Situation zu entfernen. Währenddessen begann die Polizei einzelne Fans zu kontrollieren. Dabei wurde festgestellt, dass durch die geringe Anzahl an Einsatzkräften lediglich zwei Fans zugleich durch die Polizei kontrolliert werden konnten und eine Kontrolle mehrere Minuten pro Person andauerte. Ein​ reibungsloser Ablauf der von der Polizei forcierten Maßnahmen war daher zu keinem Zeitpunkt gewährleistet.

Aufgrund der fortschreitenden Zeit wurden die Fans immer nervöser und begannen von hinten Druck auszuüben. Zu diesem Zeitpunkt war es den eingekesselten Fans nicht mehr möglich, die Situation zu verlassen. Die wiederkehrende Aufforderung an die Polizei, die Menschenmenge über die Maßnahme zu informieren und sie zu beruhigen, wurde durch die Polizei ignoriert. Da keine polizeiliche Einsatzleitung vor Ort war, gestaltete sich die Kommunikation äußerst schwierig. Es wurde dann über die eigenen Fan-Megafone versucht, die Freiburg Fans zu informieren. Mitten in der eingekesselten Menschenmenge brach während der Sperre ein Mann zusammen, der durch das besonnene Verhalten der Freiburg Fans dem Sanitätsdienst übergeben werden konnte. Einzelne Fans brachen aufgrund der Drucksituation, die nicht verlassen werden konnte, emotional zusammen. Die Polizeisperre wurde dann kurz vor Anpfiff des Spiels aufgelöst, ohne dass eine Kontrolle oder ähnliches durchgeführt wurde. ​Warum die Polizeisperre aufgelöst wurde, ist uns nach wie vor nicht bekannt. Die unmittelbare Auflösung der Polizeisperre in Verbindung mit dem nahenden Anpfiff des Spiels führte dann dazu, dass sich erneut eine Drucksituation am eigentlichen Stadioneinlass aufbaute. Die Ordner versuchten durch zügige Kontrollen die Situation zu entspannen, was jedoch erst gelang, als die Drehkreuze geöffnet wurden.

Zusätzlich festzuhalten bleibt, dass die Polizei etwa zur Ankunftszeit der zugreisenden Freiburg-Fans bereits am Gästeblock eine anlasslose Personenkontrollen aller Mitfahrer eines Freiburger-Fanbus durchführte. Dieser wurde zudem durch Polizeibeamte sowie Hunde durchsucht. Gerade mit Hinblick auf diese Maßnahmen ist es fraglich, inwieweit der unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber allen Freiburg-Fans nicht schon lange im Vorhinein geplant war und das Abbrennen von Pyrotechnik einzelner als willkommene Rechtfertigung von selbigen gegenüber dem SWR genannt wurde.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Über 1.500 Fans wurden über eine Stunde in eine Gefahrensituation gebracht und verpassten die ersten 30 Minuten des Spiels. Zum Zeitpunkt der Öffnung der Polizeisperre war die Situation kurz davor völlig außer Kontrolle zu geraten. Nur durch das besonnene Verhalten einiger Fans konnte eine Massenpanik verhindert werden. Wir verurteilen diese polizeiliche Maßnahme aufs Schärfste und fordern eine unabhängige Überprüfung dieser Maßnahme sowie eine Stellungnahme des VfB Stuttgarts als gastgebender Verein.

Freiburg, 04.02.2019

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