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04:00 Uhr am Morgen, nie klingelte mich der Wecker zu unserer kürzesten Auswärtsreise der Saison früher aus dem Bett. Doch für Weiß und Rot fällt einem das Aufstehen bekannterweise zu jeder Uhrzeit leichter. Grund hierfür waren die gut 1300 Kilometer, die es vom diesjährigen Urlaubsziel aus noch zu bewältigen galt. Mit dem Auto ging es von der französischen Atlantikküste im Westen des Landes aus los. Die erste Stunde konnte noch gemeinsam mit der restlichen Urlaubsgruppe, die mehr oder weniger freiwillig zur selben Zeit den Heimweg antrat, gefahren werden. In Biganos, wo es für mich dann auf Schienen weiterging, trennten sich unsere Wege. Die Fahrt führte mich über Bordeaux in die französische Hauptstadt, wo bei 90 Minuten Umsteigezeit ausreichend Zeit für ein kleines Frühstück bei strahlendem Sonnenschein auf dem Vorplatz des Ostbahnhofs blieb.

Gab schon schlechtere Orte hierfür. Weiter ging es im TGV, der mich mit meist über 300 Sachen auf schnellstem Wege einmal quer durchs Nachbarland brachte. Während auf französischem Boden keine Maskenpflicht im vollgefüllten Zug herrschte, mussten unmittelbar nach Überschreiten der Grenze zwei Bundesbeamte die meisten Fahrgäste daran erinnern, dass dies bei uns weiterhin der Fall ist. Das Ganze mit Maschinenpistolen in der Hand, versteht sich. Gegen 14:30 Uhr fuhr der Zug dann mit leichter Verspätung am schwäbischen Hauptbahnhof ein. Schnell noch per Regionalbahn Richtung Stadion, in der ich dank der schwindenden Zeit zum Anpfiff, den meisten Brustring-Dullis aus dem Weg gehen konnte. Gerade rechtzeitig konnte eine gute Viertelstunde vor Anpfiff der natürlich bereits rappelvolle Gästesektor im Neckarstadion betreten und der Rest der Gruppe endlich begrüßt werden. Beim ersten Blick durch das eigentlich bekannte Rund, wunderte ich mich doch sehr über den derzeit stattfindenden Umbau der Haupttribüne. Dass der VfB nunmehr nicht nur eine sportliche Baustelle zu bieten hat, ist bis dato komplett an mir vorbeigegangen. Eingeleitet wurde die Partie mit einigen Fackeln.

Die über 4000 Gästefans, die sich teilweise auch im Heimbereich platzierten, lieferten über die gesamte Spielzeit, trotz teilweise enormer Hitze, einen ordentlichen Support ab. Auf dem Rasen konnten unsere Jungs in einem anfangs ausgeglichenen Spiel durch Grifo in Führung gehen. Der knappe Vorsprung konnte in der zweiten Hälfte, wenngleich auch etwas glücklich, verteidigt werden. Abgesehen von zwei Spielen während der Corona Zeit konnten somit das erste Mal seit 2011 wieder drei Zähler von Württemberg nach Südbaden mitgenommen werden konnten.
Zurück gings dann wieder mit dem Rest der Gruppe im Bus, wo der dritte Auswärtssieg der noch jungen Saison mit neuen, teils mehr, teils weniger gelungenen Liedkompositionen und dem ein oder anderen Kaltgetränk gefeiert wurde. Zu überzeugen wusste auf jeden Fall ein neuer Wechselgesang, der im Battle zwischen oberer und unterer Etage noch lange durch den Bus geschmettert wurde. Man darf gespannt sein, ob dieser bald auch im Stadion zu hören sein wird.